Larus Argentatus

oder auch Silberkopfmöwe. Diese Sorte von Möwen hat sich sehr gut an das Leben mit dem Menschen angepasst und siedelt sogar in Küstennahen Städten. Was in deutschen Grossstädten die Tauben (Columba livia), sind hier die Möwen. Jedoch nicht nur, dass Möwen etwa fünfmal so gross sind wie eine Taube, sie sind auch mindestens fünfzig mal so laut.

Ich bin sicher kein Tierhasser (ausser vielleicht manche Hunde, einige Insekten und definitiv Spinnen), aber bei diesen vermaledeiten Vögeln bauen sich langsam Aggressionen auf. Was ich anfangs noch als atmosphärisches Detail einer Küstenstadt verstanden habe stellt sich nun als Plage für Land und Leute heraus. Wenn man im Biergarten etwas zu essen bestellt muss man sehr aufpassen, dass diese Viecher einem nicht die Mahlzeit vom Teller klaut und dann als kleiner Abschiedsgruss auch noch einen weissen Haufen auf dem Tisch hinterlässt. Gut, kann man vermeiden, wenn man es weiss.

Das grössere Problem stellt sich jeden Dienstag morgen dar. Und ich meine nicht morgens um 9, sondern morgens zwischen 5 und 6. Dienstags kommt nämlich die Müllabfuhr und da die Engländer in Sachen Mülltrennung, wie in so vielen Dingen, die Gesetze aus dem Mittelalter übernommen haben, kommt hier alles in einen Sack. Es gibt auch keine Tonnen, sondern nur hauchdünne , schwarze Müllsäcke, die Montags abends zur Abholung an die Strasse gestellt werden. (Mülltonnen gibt es nicht, weil man den Müll ja meist hinten im Garten sammelt und es keinen Zugang zur Strasse gibt, ausser durchs Haus. Und wer rollt schon seine Mülltonne durchs Haus?).

Man ist geneigt einen Sack mit Möwengift dazwischen zu schmuggeln

Morgens gegen 5 Uhr wird man dann gewckt. Erst von einem pickenden Geräusch, wenn eine Kundschaftermöwe erste Sondierungsarbeiten an einem gut riechenden Müllsack vornimmt. Dann von einem schrillen Alarmschrei, wenn diese Möwe ihren Artgenossen in zwei Kilometer Umkreis von ihrem Fund berichtet, und dann von etwa 20-30 Tieren, die laut schreiend die Abfallproduktion der letzten Woche der gesamten Nachbarschaft auf der Strasse verteilen. Das geht etwa eine Stunde so, dann kommt meistens schon das Müllauto (zum Glück sind die hier echt früh dran), aber mit ausgeschlafen hat das dann nix mehr zu tun. Man dämmert noch ein Stündchen vor sich hin und quält sich dann ins Büro, auf dem Weg jedem Exemplar der Gattung Larus Argentatus einen sehr, sehr bösen Blick zuwerfend. Wenn Blicke töten könnten, gäbe es heute abend Möwenragout!

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One Comment

  1. Torsten

    Also der Dirk hat da sowas zu Hause, das hilft gegen Tauben, sollte gegen Möwen auch nützlich sein 😉

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