Ab auf die Ersatzbank

Ein weiterer Beweis, dass die britischen Banken mit Fug und Recht an der Finanzkrise zu knabbern hatten. Der Versuch, eine einfache Dienstleistung von meiner Bank abzurufen, scheiterte an den mittelalterlichen Methoden, die hier angewendet werden.

Wir fahren im nächsten Sommer nach Edinburgh (Kulturreise). Da man ja auch eine Unterkunft braucht um seinen Rausch auszuschlafen, habe mich um eine solche gekümmert. Kein Problem, zur Bestätigung der Reservierung musste ich eine Anzahlung machen, wie es ja auch bei uns üblich ist. Ich wollte die £90 der Anzahlung bequem online überweisen. Da es hier aber kein System mit PIN und TAN gibt, haben sich die Engländer was gaaanz tolles einfallen lassen: Man muss seine Telefonnummer im Account hinterlegen; wenn man jetzt eine Überweisung machen will erscheint auf dem Bildschirm eine vierstellige Kontrollzahl, die Bank ruft einen zurück und man muss diese Zahl durchgeben. Das klingt nicht nur kompliziert, es hat auch nicht funktioniert. Also bin ich zu meiner Bank hingestiefelt und wollte die Überweisung eben am Schalter durchführen. Das könnten die machen, wurde mir gesagt, da es aber nicht an sie geht, sondern an eine andere Bank (nämlich die Royal Bank of Scotland) kostet das schlappe £30 Bearbeitungsgebühr!!!! Was man alternativ machen kann: Man kann das Geld bar von seinem Konto abheben und dann zur Filiale der RBoS laufen, die es zum Glück in Exeter gibt, und dort dann Cash einzahlen auf das Empfängerkonto. Wenn das mal kein durchdachtes System ist. Endergebnis: 45 Minuten schlangestehen und diskutieren plus 1 km Fussweg für eine einfache Überweisung.

Dass ich meine Miete nach wie vor per Scheck bezahle, ein System das in Deutschland schon vor Jahrzehnten aus der Mode gekommen ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

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