Denke dran

Im Gedenken der Gefallenen Soldaten der diversen Kriege mit britischer Beteiligung war gestern „Remembrance Day“, also eine Art Volkstrauertag. Der unterscheidet sich von der deutschen Variante darin, dass die Briten auch mal Kriege gewonnen haben. Dadurch hat die Bevölkerung auch eine ganz andere Meinung zu „ihren“ Soldaten und entsprechend stark ist die Verehrung von (vermeintlichen) Kriegshelden.

Es begann bereits vor ein paar Wochen, als die Moderatoren im Fernsehen und auch viele Leute auf der Strasse mit einer angesteckten Plastik-Mohnblume (sogenannte „Poppy“) am Revers zu sehen waren. Es handelt sich dabei um eine Spendenquittung zu deren öffentlichen Zurschaustellung all jene berechtigt sind, die Geld in den Poppy Appeal eingezahlt haben, ein Spendenaufruf zur Unterstützung von Kriegsinvaliden und deren Familien. Im letzten Jahr wurden dadurch über £30 Millionen gesammelt.

Die Mohnblume steht als Symbol für die Blumen auf den Schlachtfeldern in Flandern und die rote Farbe ist eine Erinnerung an das viele vergossene Blut. Im aktuellen Afghanistan Krieg könnte ich mir für die Mohnblume noch eine ganz andere Bedeutung vorstellen, aber das trifft hier nicht auf Zustimmung.

Im Spenden sammeln sind die Briten sowieso unschlagbar. Man führt hier jede noch so absurde Aktivität unter der Fahne einer wohltätigen Vereinigung durch. Da gibt es Kollegen die mit ihrem Marathonlauf Geld für die Krebshilfe sammeln, oder Landfrauen die für die Altenhilfe Kuchen backen. Manchmal trifft man auch Gruppen von verkleideten Menschen in der Stadt, z.B. Piraten oder Bären oder Hasen, und die sammeln dann z.B. für Kinder in Not oder sowas. Im Grunde finde ich das „Fund raising“, also das Sammeln von Spendengeldern, ja nicht schlecht, aber wenn das Ausmass schon die Grenze zur Belästigung überschreitet, dann kann ich ganz schön unsozial werden.

Auch unser gestriges Konzert war für die Invalidenkasse bestimmt und hat immerhin etwa £600 eingespielt. Obwohl ich noch nicht sicher bin, ob ich als Deutscher überhaupt mitsingen durfte an einem Tag wo man den gefallenen Soldaten gedenkt. Wir haben ja schliesslich die meisten zum Fallen gebracht.

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2 Comments

  1. Torsten

    naja, bei euch wird man von Spendenaufrufen belästigt, hier von Junggesellenabschieden 😉

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