Winter Wonderland

Hurra, der Schnee hat endlich auch den Südwesten Englands erreicht. Aber musste er es denn gleich übertreiben? Der kälteste Wintereinbruch Anfang Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und das europaweit? Heute morgen zum Frühstück haben wir uns noch darüber lustig gemacht, dass die Leute vergessen wie man Auto fährt, sobald auch nur eine Flocke Schnee vom Himmel fällt. Überall in England herrscht Verkehrschaos, Menschen mussten in Notunterkünften in der Nähe der Autobahn übernachten, Flughäfen wurden komplett geschlossen (da habe ich nochmal Glück gehabt, dass mein Flug am Montag nur zwei Stunden Verspätung hatte). Als ich später dann die Bilder und Videos gesehen habe, wie es tatsächlich um das Wetter bestellt ist, konnte ich die chaotischen Verhältnisse plötzlich verstehen: Da man in England eher keine Winterreifen aufzieht und es in einigen Landesteilen praktisch über Nacht 50 cm Neuschnee gegeben hat, erklären sich kilometerlange Staus und schulfrei für die Kinder von selbst.

Für mich, der ich ja sechs Jahre in Deutsch-Sibirien gewohnt habe, ist der Schnee nur ein lästiges Ereignis wie jedes Jahr. Es sieht schön aus, aber es bremst einen aus auf dem Weg zur Arbeit, und da es um 16 Uhr dunkel wird, hat man eh nicht viel von der Optik. Aber es passt wunderbar in die Vorweihnachtszeit. Heute nachmittag werden wir in der Fussgängerzone ein paar Weihnachtslieder singen um die Menschen zu erfreuen. Wir werden uns den A***h abfrieren und mit kältestarrem Gesicht festliche Gesänge murmeln. Aber den Menschen wirds gefallen und dann sind wir dankbar für den Schnee, weil er bei einer guten Inszenierung nicht fehlen darf. So ist das im Show-Biz, da muss man schonmal seine eigenen Vorbehalte gegen das Wetter zum Wohle der Allgemeinheit für sich behalten.

In diesem Sinne: Ho Ho Ho! Ich werde mir jetzt mal einen schönen, warmen Tee machen.

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